Goerner Gmbh

Flachdach warten: Abläufe, Anschlüsse und Abdichtung im Blick behalten

Ein verstopfter Dachablauf fällt im Alltag kaum auf. Beim nächsten kräftigen Regen kann er jedoch dazu führen, dass sich Wasser auf dem Flachdach staut. Gleichzeitig müssen Anschlüsse an Wände, Lichtkuppeln und Lüftungsrohre dicht bleiben. Eine regelmäßige Flachdach-Wartung nimmt deshalb die gesamte Dachfläche in den Blick: Entwässerung, Abdichtung und sämtliche Übergänge. So lassen sich Veränderungen erkennen, bevor Feuchtigkeit im Gebäude sichtbar wird.

Warum Abdichtung und Entwässerung zusammengehören

Die Flachdach-Abdichtung schützt den Dachaufbau vor eindringendem Wasser. Die Entwässerung führt Niederschläge über Dachabläufe oder Rinnen ab. Beide Funktionen müssen aufeinander abgestimmt sein. Eine intakte Abdichtung ersetzt keinen freien Ablauf; umgekehrt gleicht eine funktionierende Entwässerung beschädigte Nähte oder offene Anschlüsse nicht aus.

Witterung, Temperaturwechsel und Bewegungen der Bauteile beanspruchen das Dach über Jahre hinweg. Hinzu kommen Laub, Staub und gelegentlich herabfallende Äste. Unter Kies, Terrassenplatten oder einer Begrünung bleiben Teile der Abdichtung zudem verborgen. Eine Betrachtung aus dem Fenster liefert daher nur einen ersten Eindruck.

Bei der Instandhaltung sind drei Aufgaben zu unterscheiden:

  • Inspektion: Zustand und erkennbare Auffälligkeiten feststellen.
  • Wartung: Abläufe reinigen, Ablagerungen entfernen und die Funktion erhalten.
  • Instandsetzung: Festgestellte Schäden fachgerecht reparieren.

Diese Unterscheidung hilft auch bei der Beauftragung: Eine reine Sichtkontrolle umfasst nicht automatisch Reinigung und Reparaturen.

Flachdach-Entwässerung: Den gesamten Wasserweg prüfen

Dachabläufe und Laubfangkörbe freihalten

An Abläufen sammeln sich häufig Blätter, Samen und feine Ablagerungen. Ein Laubfangkorb hält gröbere Bestandteile zurück, muss aber selbst regelmäßig gereinigt werden. Ist seine Oberfläche zugesetzt, gelangt das Wasser nur noch eingeschränkt zum Ablauf.

Bei der Wartung wird deshalb geprüft, ob die Einlaufbereiche frei sind, Bauteile richtig sitzen und Beschädigungen vorliegen. Ebenso wichtig ist der weitere Wasserweg: Eine Verstopfung kann auch im angeschlossenen Rohr liegen. Nur den sichtbaren Schmutz am Dachgully zu entfernen, behebt dann die Ursache nicht.

Die Interessengemeinschaft Qualitätssicherung für Dächer und Flachdachabdichtungen beschreibt in ihrem Leitfaden zur Planung und Wartung von Flachdach-Entwässerungsanlagen unter anderem die regelmäßige Kontrolle von Dachabläufen, Notüberläufen und Rohrleitungen.

Bei begrünten Dächern müssen Kontrollschächte zugänglich bleiben. Auch Kies oder nachträglich verlegte Terrassenplatten dürfen die vorgesehenen Wasserwege nicht versperren.

Notentwässerung berücksichtigen

Eine vorhandene Notentwässerung übernimmt eine zusätzliche Schutzfunktion, wenn die reguläre Entwässerung bei außergewöhnlichem Regen überlastet ist oder ausfällt. Sie kann beispielsweise durch Öffnungen in der Attika, also dem erhöhten Dachrand, geführt werden.

Solche Öffnungen dürfen weder verschlossen noch durch Gegenstände oder Bewuchs blockiert werden. Tritt dort bei gewöhnlichen Regenfällen wiederholt Wasser aus, sollte ein Fachbetrieb die Hauptentwässerung prüfen.

Anschlüsse und Abdichtung gezielt kontrollieren

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Stellen, an denen die Dachfläche an andere Bauteile anschließt. Dort treffen unterschiedliche Materialien und Bewegungen aufeinander. Dazu gehören Wandanschlüsse, Dachränder, Lichtkuppeln, Lüftungsrohre und die Einbindung der Dachabläufe.

Bei einer fachlichen Kontrolle stehen insbesondere folgende Auffälligkeiten im Mittelpunkt:

  • offene oder abgelöste Nähte und Überlappungen,
  • Risse, Einschnitte und andere mechanische Beschädigungen,
  • Blasen, auffällige Falten oder Verformungen,
  • gelöste Anschlussleisten und beschädigte Abdeckungen,
  • rissige oder abgelöste Fugendichtstoffe.

Nicht jede sichtbare Veränderung bedeutet bereits eine Undichtigkeit. Entscheidend sind Material, Ausführung und Zustand des gesamten Details. Eine oberflächlich erneuerte Dichtstofffuge kann beispielsweise einen fehlerhaften Abdichtungsanschluss nicht ersetzen.

Auch Reparaturmaterialien müssen zur vorhandenen Flachdach-Abdichtung passen. Ungeeignete Beschichtungen oder Dichtmassen können die spätere Instandsetzung erschweren. Auffällige Stellen sollten deshalb zunächst beurteilt und anschließend mit einem geeigneten Verfahren bearbeitet werden.

Welche Warnzeichen eine Prüfung erfordern

Wiederkehrende Wasseransammlungen

Eine kleine Pfütze nach einem Regenschauer beweist für sich genommen keinen Dachschaden. Bei geringem Gefälle können Unebenheiten und Bahnüberlappungen örtlich Wasser zurückhalten. Bei dafür geplanten Retentionsdächern gehört ein zeitweiliger Wasseranstau sogar zum Entwässerungskonzept.

Prüfbedarf besteht insbesondere dann, wenn Wasserflächen neu auftreten, deutlich größer werden oder nach vergleichbaren Regenfällen länger bestehen bleiben als früher. Mögliche Ursachen reichen von zugesetzten Abläufen bis zu Veränderungen im Gefälle oder Verformungen des Dachaufbaus.

Hilfreich sind Fotos mit Datum und Angaben dazu, wann es zuletzt geregnet hat. Ob eine Wasseransammlung für das konkrete Dach unkritisch ist, lässt sich anhand eines einzelnen Bildes allerdings nicht zuverlässig entscheiden.

Feuchtigkeit im Gebäude

Wasserflecken an der Decke, abblätternde Farbe oder feuchte Wandbereiche sollten zeitnah untersucht werden. Bei aktivem Wassereintritt ist eine kurzfristige fachliche Prüfung erforderlich.

Die sichtbare Schadstelle liegt nicht zwangsläufig direkt unter der Eintrittsstelle. Wasser kann sich innerhalb des Dachaufbaus seitlich ausbreiten. Ebenso kommen andere Ursachen infrage, etwa Kondensation oder eine undichte Leitung. Die Untersuchung sollte deshalb die tatsächliche Feuchtequelle klären.

Ein trockener Innenraum ist umgekehrt kein sicherer Beleg dafür, dass der Dachaufbau überall trocken ist. Eingedrungene Feuchtigkeit kann zunächst in verdeckten Schichten verbleiben.

Wie häufig ist eine Flachdach-Wartung sinnvoll?

Für viele Dächer sind Termine im Frühjahr und Herbst ein praktikabler Ausgangspunkt. Nach dem Winter lassen sich mögliche Witterungsschäden feststellen; im Herbst steht besonders der Laubeintrag im Vordergrund. Der konkrete Umfang und die Abstände sollten zum Dachaufbau, zu den Herstellervorgaben und zur örtlichen Belastung passen.

Stehen Bäume nahe am Gebäude oder setzen sich Abläufe erfahrungsgemäß schnell zu, können zusätzliche Reinigungen erforderlich sein. Besondere Entwässerungssysteme benötigen gegebenenfalls engere Intervalle.

Nach Sturm, Hagel oder Arbeiten auf dem Dach ist eine zusätzliche Kontrolle sinnvoll. Das gilt beispielsweise nach der Montage technischer Anlagen, wenn Materialien transportiert oder neue Durchdringungen hergestellt wurden.

Was Eigentümer vorbereiten können

Beobachten Sie zugängliche Dachbereiche von einem sicheren Standort aus und dokumentieren Sie Veränderungen. Das Betreten eines Flachdachs setzt einen geeigneten Zugang, ausreichende Tragfähigkeit und eine passende Absturzsicherung voraus. Lichtkuppeln und andere Einbauteile können außerdem nicht durchtrittsicher sein.

Für einen Wartungstermin helfen vorhandene Dachpläne, Angaben zum Abdichtungsmaterial und frühere Reparaturberichte. Informieren Sie den Fachbetrieb auch über wiederkehrende Wasseransammlungen oder Feuchtigkeit im Gebäude.

Lassen Sie die Ergebnisse in einem Protokoll mit Fotos festhalten. Darin sollten gereinigte Bereiche, festgestellte Schäden, notwendige Folgeuntersuchungen und empfohlene Reparaturen nachvollziehbar beschrieben sein. So entsteht eine belastbare Grundlage für den nächsten Termin und für die Entscheidung, welche Arbeiten zuerst anstehen.